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Vorträge und Posterpräsentationen (mit Tagungsband-Eintrag):

J. Haberl, J. Litzka, E. Pucher:
"Real-life SPB-Messungen in Österreich als Grundlage für die Abschätzung der Lärmemissionen des Strassenverkehrs";
Vortrag: 13. Konferenz Verkehrslärm 2004, Dresden, Deutschland (eingeladen); 08.10.2004 - 10.10.2004; in: "13. Konferenz Verkehrslärm 2004", Hamann Consult AG, Dresden (2004), 10 S.



Kurzfassung deutsch:
Durch das ständig steigende Verkehrsaufkommen auf Österreichs Straßen und die damit verbundene Lärmbelästigung der im Straßennahbereich lebenden Menschen wird die Frage nach wirkungsvollen Methoden einer spezifischen Lärmreduzierung immer deutlicher gestellt. Laut einer Repräsentativumfrage des österreichischen statistischen Zentralamtes im Dezember 1998 fühlen sich 24,9 % der Österreicher tagsüber und/oder nachts in ihrer Wohnung durch Lärm beeinträchtigt, 13,7 % sogar stark oder sehr stark. Als Hauptursache der Lärmbelästigung wird mit über 60 % der Straßenverkehrslärm genannt, gefolgt von Lärm aus Nachbarwohnungen (12,7 %), Eisenbahnen (7,4 %) und Straßenbahnen (4,6 %). Somit ist der Straßenverkehr die dominierende Lärmquelle.

Ein wesentlicher Beitrag zur Herabsetzung des Verkehrslärms ist mit der Weiterentwicklung von so genannten lärmarmen Fahrzeugen und Reifen ebenso wie durch die Verwendung von Lärmmindernden Deckschichtarten gegeben. Um all diese Faktoren in der Analyse von Schallereignissen im Straßenverkehr berücksichtigen zu können, ist es notwendig, das Gesamtsystem Fahrzeug - Reifen - Fahrbahndecke zu betrachten.

Als Messmethode zur Erfassung und Beurteilung schalltechnischer Eigenschaften des Straßenverkehrs im Allgemeinen und der Fahrbahnoberfläche im Besonderen erweist sich die Methode der Statistischen Vorbeifahrt als gut geeignet. Sie ist in der europäischen Norm EN ISO 11819-1:2000 geregelt. Dabei wird ein Mikrophon in 7,5 m Abstand zur Mitte des Fahrstreifens und in 1,2 m Höhe über der Fahrbahnoberkante aufgestellt. Im Rahmen eines österreichischen Forschungsprojektes des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie im Jahre 2003 wurden von der Technischen Universität Wien Statistische Vorbeifahrtmessungen an städtischen Durchzugsstraßen in Wien durchgeführt. Die dabei erzielten Ergebnisse dienen neben anderen gesammelten Messdaten von SPB- Messungen in Österreich als Grundlage zur Erstellung von Lärmemissionsberechnungen des Straßenverkehrs. Das dabei entwickelte Berechnungsmodell, das die realen Bedingungen vor Ort berücksichtigt, erlaubt somit eine konsistente Beurteilung der Ist-Situation und in weiterer Folge zuverlässige Lärmprognosen. Aufgrund der Einflüsse von Verkehrszusammensetzung, der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und der Längsneigung auf die Schallemissionsbelastungen des Menschen aus dem Straßenverkehr wurden für das Modell typische Verkehrssituationen definiert. Dabei handelt es sich um die Straßentypen Städtische Hauptverkehrsstraße, Städtische Straße in einer Wohngegend, Außerörtliche Hauptverkehrsstraße, Autobahn in der Ebene und in alpinem Gelände. Mit Hilfe des entwickelten Berechnungsmodells können nun die entstehenden Lärmemissionen bei verschiedenen Straßentypen miteinander verglichen werden.

Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.