[Zurück]


Vorträge und Posterpräsentationen (mit Tagungsband-Eintrag):

B. Rüger:
"Mobilität und Wirtschaftsfaktor Tourismus, Ergänzung oder Widerspruch?";
Poster: Internationales Verkehrssymposium 2006 der Österreichischen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (ÖVG) - Wirtschaft im Wettbewerb, Standortqualität und Verkehrsinfrastruktur, Linz (eingeladen); 07.06.2006 - 10.06.2006; in: "Internationales verkehrssymposium 2006, Wirtschaft im Wettbewerb, Standortqualität und Verkehrsinfrastruktur", B. Rüger (Hrg.); ÖVG Spezial, (2006).



Kurzfassung deutsch:
Der Tourismus ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für Österreich. Er ist von einer entsprechenden Mobilität und damit Verkehr abhängig, ohne die es kaum nennenswerte touristische Aktivitäten geben könnte. Dennoch stellen Mobilität und Tourismus einen gewissen Widerspruch dar. Ein zu viel an Mobilität und somit an Verkehr führt in Urlaubsregionen zu Qualitätsverlusten und damit zu Nachfrageverminderungen.

Dieser Widerspruch verdeutlicht sich auch im Verhalten von Urlaubern. Der heutige Urlaubsgast möchte im Regelfall mit seinem eigenen PKW von zu Hause bis zum Hotel fahren, am Urlaubsort selbst möchte er sich jedoch nicht durch die negativen Auswirkungen wie Luftverschmutzung, Lärm oder Flächenverbrauch beeinträchtigt fühlen.
Für den Tourismus ist es von entscheidender Bedeutung, diese heikle Gratwanderung zu bestehen. Auf der einen Seite muss dem Gast jede erdenkliche Art von Mobilität geboten werden, damit er überhaupt anreist und wenn er sich dann im Urlaubsort befindet, muss ihm in jeder Hinsicht eine möglichst intakte Umwelt geboten werden, in der er sich wohl fühlen kann.

Es verdeutlichen sich zwei Richtungen im Urlauberverkehr. Im Sommer möchte der Urlaubsgast möglichst mobil sein. Reist er mit dem eigenen PKW an, so benutzt er diesen im Regelfall auch vor Ort zur Befriedigung seiner Mobilitätsbedürfnisse. Im Winter zeigt sich, dass ein PKW bei den meisten Reisenden vor Ort während des gesamten Urlaubes praktisch nicht verwendet wird.
In beiden Fällen ist es somit hinsichtlich einer Standortqualitätssicherung von wesentlicher Bedeutung, den Urlauber zu einer Anreise ohne PKW zu bewegen.

Dieser Beitrag soll aufzeigen, dass eine ausreichende Mobilität am Reiseziel für Urlaubsreisende und damit verbunden auch für die Urlaubsregionen von entscheidender Bedeutung ist, dieses Mobilitätsbedürfnis aber nicht zwingend mit dem eigenen PKW erfüllt werden muss und auch gar nicht soll, da ein zu viel an Auto-Mobilität die Urlaubsqualität und damit die Standortqualität der Urlaubsregion stark senkt.
Es werden Kriterien aufgezeigt, welche, abseits der üblicherweise behandelten Entscheidungskriterien "Reisezeit" oder "Fahrpreis", zwingend zu beachten sind, um den Urlauber bereits zu einer Anreise ohne eigenes Fahrzeug, im Idealfall mit der Bahn, bewegen können. Diese Faktoren sind auch für Flugreisende, welche eine zunehmende Bedeutung für die heimische Tourismuswirtschaft haben, wesentlich.

Schlagworte:
Tourismus, Attraktivität, Verkehrselastizität, Urlaubsreisen, Modal Split, Reisegepäck, Verkehrsmittelwahl, Reisezweck, Mobilität, sanfter Tourismus


Elektronische Version der Publikation:
http://publik.tuwien.ac.at/files/pub-bi_6130.pdf


Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.