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Vorträge und Posterpräsentationen (mit Tagungsband-Eintrag):

B. Rüger:
"Attraktivität und Effektivität: Widerspruch oder Ergänzung?";
Poster: Zel 2005 - 12 th International Symposium, Zilina (eingeladen); 24.05.2005 - 25.05.2005; in: "Railways on the Edge of the 3rd Millennium", B. Rüger (Hrg.); Universität Zilina, Zilina (2005), ISBN: 80-8070-400-7; S. 36 - 42.



Kurzfassung deutsch:
Attratktivität und Effektivität sind zwei Schlagworte unserer Zeit, die auch vor der Eisenbahn nicht Halt machen. Die Bahn muss für Reisende einerseits attraktiv sein, damit sie Chancen hat als Verkehrsmittel gewählt zu werden, andererseits muss sie effektiv und effizient geführt werden, damit sie im Konkurrenzkampf bestehen kann!
Effizienz heißt im Personenverkehr oft, möglichst viele Reisende bei gleicher Sitzplatzkapazität zu befördern, um die Transportkosten pro Reisenden gering zu halten. Dieses Verständnis von Effizienz spiegelt sich auch im Fahrzeugbau wider, wo versucht wird, eine möglichst große Anzahl an Sitzplätzen in einem Waggon anzubieten, um dadurch die Kapazitäten zu steigern und das Fahrzeuggewicht pro Sitzplatz zu minimieren.
Diese Überlegensweise ist zwar theoretisch korrekt, hält jedoch praktischen Betrachtungen nicht stand, wie eine aufwändige Reihe an Untersuchungen in österreichischen Fernreisezügen bestätigt. Diese zeigt deutlich, dass die theoretisch betrachtete Effizienz durch Kapazitätserhöhung und die beobachtete praktische Effizienz stark divergieren!
Eine möglichst große Anzahl an angebotenen Sitzplätzen im Waggon führt u.a. dazu, dass infolge mangelnder brauchbarer Gepäckablagen eine große Anzahl an Sitzplätzen durch Reisegepäck dermaßen verstellt wird, dass im Regelfall nur eine Maximalauslastung von 70 % des Waggons erreichbar ist!
Durch eine entsprechende fahrgastfreundliche Gestaltung der Reisezugwaggons kann jedoch erreicht werden, dass die Anzahl der Reisenden pro Waggon und damit die Auslastung erhöht wird, obwohl die Anzahl der Sitzplätze und damit die theoretische Kapazität verringert wird! Bei der Fahrzeuggestaltung ist dabei auf ein Gesamtoptimum zu achten, um eine größtmögliche Sitzplatzauslastung und dadurch eine effiziente Betriebsführung zu erreichen! Unter Beachtung des Gesamtsystems "Reisender" ist eine "attraktive" und gleichzeitig "effiziente" Fahrzeuggestaltung möglich, womit die Anforderungen "Attraktivität" und "Effizienz" keinen Widerspruch sondern sogar eine Ergänzung darstellen!
Um ein Fahrzeug effizient gestalten zu können, ist es jedoch erforderlich, den Fahrgast und seine Verhaltensweisen genauestens zu kennen. Diese notwendigen Grundlagen wurden durch eine mehrjährige Untersuchung ermittelt, welche sich u.a. auf die Befragung von 14'000 Fahrgästen sowie auf zahlreiche Zählungen und Messreihen, u.a. durch Videoanalysen, stützt. Dabei wurde das Fahrgastverhalten bei Bahnreisen genauestens analysiert, wobei ein wichtiger Teil der Betrachtungen ein bisher kaum näher beachtetes Problem bei Bahnfernreisen, das Reisegepäck darstellt!

Kurzfassung englisch:
Attraction and effectiveness are two catchwords of our time which is also true for the railway. The railway must be attractive for travelers on the one hand, so that it has chances to be chosen, on the other hand, it must be run effectively and efficiently, so that it can exist in the competition!
Efficiency often means in the passenger transportation to carry possibly many travelers with the same seat capacity to hold the costs per travelers low. This understanding of efficiency is also reflected in the railway interiors where is attempted to offer a very big number in seats in a car to increase thereby the capacities and to minimize the vehicle weight per seat.
Indeed, this consideration wise is correct theoretically, nevertheless, it does not bear comparison to practical considerations how analyses in Austrian far trip trains show. Those show clearly that the theoretically looked efficiency by capacity rise and the observed practical efficiency diverges strongly! A very big number in offered seats in the car leads among other things to the fact that as a result of lacking useful luggage racks a big number of the seats is occupied by baggage so that as a rule only a maximum extent of utilization of 70% of the car is accessible!
Nevertheless, by user-friendly design of railway-interiors can be reached that the number of the travelers per car and with it the extent of utilization is raised, although the seat proportion and with it the theoretical capacity is reduced! Besides, with the design of railway-interiors is to be paid attention to a whole optimum to reach the greatest possible seat extent of utilization and thereby an efficient system-management! Considering the overall system of "travelers" an "attractive" and at the same time "efficient" railway-interiors is possible with which the requirements "attraction" and "efficiency" show no contradiction but even a supplement!
To be able to design efficient railway-interiors it is necessary to know about the passenger and his behavioral wise most exactly. These necessary bases were analized by a several years' investigation, which is based among other things on questioning 14 ' 000 passengers as well as on numerous countings and measuring rows, among other things by videoanalyses. The passenger's behavior was analyzed most exactly having regard to an important and barely observed problem up to now, the baggage!


Online-Bibliotheks-Katalog der TU Wien:
http://aleph.ub.tuwien.ac.at/F?base=tuw01&func=find-c&ccl_term=AC05934954

Elektronische Version der Publikation:
http://publik.tuwien.ac.at/files/pub-bi_4056.pdf


Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.