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Vorträge und Posterpräsentationen (mit Tagungsband-Eintrag):

M. Ossberger:
"Nutzerprofile im ÖPNV";
Vortrag: EU-Verkehrspolitik für bessere Transportsysteme, Wien; 01.06.2002; in: "ÖVG Spezial Vol. 56 - EU-Verkehrspolitik für bessere Transportsysteme", G. Gürtlich (Hrg.); (2002), S. 37 - 40.



Kurzfassung deutsch:
Die Abschätzung von zusätzlichen Fahrgastpotentialen über traditionelle Modell bzw. die Annahme von "Verlagerungen" größeren Ausmaßes durch Attraktivierung bzw. Beschleunigung ist in der ÖV-Planung nach wie vor üblich. Die reale Entwicklung der Fahrgastzahlen zeigt aber, dass diese Sichtweise nur sehr beschränkte Gültigkeit aufweist. Die prognostizierten Verlagerungen finden in der Regel nicht statt. Nutzerprofile im ÖV weisen daher lediglich betriebswirtschaftliche Relevanz auf, auf Grund der wesentlich unterschiedlichen Charakteristika von ÖV- und den zu verlagernden IV-Nutzern sind sie aber keine relevante Projektierungs- und Planungsgröße wenn neue Verkehrssysteme und Maßnahmen volkswirtschaftlich und gesellschaftlich bewertet werden sollen. Am Institut für Eisenbahnwesen, Verkehrswirtschaft und Seilbahnen der TU Wien, wird daher seit geraumer Zeit versucht, möglichst umfassend und zeitgemäß die ∑ die Entscheidungsfindung bei der Verkehrsmittelwahl ("Mode Choice"), ∑ die Verbesserung der Darstellung des "Modal Split" und schließlich ∑ die Ab- und Eingrenzung der Nutzer bzw. und vor allem der Nicht-Nutzer-Gruppen und deren Profile darzustellen. Dies geschieht im Rahmen von drei Schwerpunkten:

1. Aufgezeigt werden sollen die bisher vielfach zu optimistisch getätigten Annahmen bei der Verkehrsmittelwahl.

2. Die Darstellung des "Mode-Splits" über Querschnittszählungen und langwieriger Auswertung der Daten ist nur mehr bedingt zeitgemäß und überdies sehr aufwendig. Ebenfalls gemeinsam mit dem Institut für Verkehrsplanung der TU Wien wird zur Zeit eine Machbarkeitsstudie zur Erfassung der täglichen Mobilität über GSM- und Mobilfunktechnologie erarbeitet.

3. Die bisher weitgehend akzeptierte Unterscheidung der Nutzer nach Behinderten (gesetzliche Festlegung) und Nicht-Behinderten erscheint weiters nicht mehr zeitgemäß.

Keywords: universal design, ÖPNV, nutzerprofil, behindert, barrierefrei


Erstellt aus der Publikationsdatenbank der Technischen Universitšt Wien.